Deutsch

14. Severloher Jagdreitertage

   
Eine liebgewonnene Traditionsveranstaltung feiert im kommenden Jahr ihr 15. Jubiläum

Auch in diesem Jahr fanden sie wieder statt, die Severloher Jagdreitertage. Was sich vor fünf Jahren als großes Experiment in unseren Terminkalender geschlichen hat, ist über die letzten Jahre zu einer liebgewonnenen Traditionsveranstaltung geworden.

In diesem Jahr hat uns der Wettergott zwar mit Schnee verschont, aber dafür hat er uns ja über die letzten Wochen ordentlich mit Wasser von oben versorgt. Die Sandwege in der Heide, die ja eine große Menge an Wasser vertragen können waren über viele Strecken zu Matschpisten geworden. Das Orga-Team Severloh rund um Marko Brammer und René Kobbeler war nicht nur damit beschäftigt die große Anzahl an Sturmschäden zu beseitigen, nein in diesem Jahr wurden zusätzlich noch LKW-Ladungen an Boden in die Wege eingebracht, so dass hier die schlimmsten Stellen entschärft werden konnten.

Wie in den vergangenen Jahren waren alle Unterkünfte rund um den Hof Severloh bis auf die letzte Box ausgebucht. Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass wieder eine große Anzahl an Reitern von der Geiseltal Beagle Meute vor Ort waren. Aber auch Jagdreiterfreunde z. B. von der Rheinland-Meute, der Niedersachsen-Meute, vom Schleppjagdverein der Warendorfer Meute waren in  Severloh vertreten.

Wie in den vergangenen Jahren hat die Fermate Jagdhorncorps Hannover Reiter und Zuschauer mit dem Klang ihrer Hörner begeistert. Nicht nur als musikalische Begleiterscheinung bei den beiden Jagden, sondern auch am Freitagabend beim geselligen Beisammensein. In diesem Jahr waren Ursula Lukas und Günther Raschke mit ihrem Team in einer großen Formation vertreten. Bis zu zehn Bläser kamen an beiden Jagdtagen zum Einsatz.

Wer schon einmal in Severloh an den Jagdreitertagen teilgenommen hat, weiß das eines sicher nicht zu kurz kommt, und zwar der Spaß. Wie nicht anders zu erwarten, wurde an allen Tagen ausgiebig bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Auch wenn der letzte Heidegeist in der Tenne ausgeschenkt war und die Spuren des Abends beseitigt wurden, ging es mancherorts noch in den Ferienhäusern fröhlich weiter. Aber wenn nicht in Severloh, wo sonst?

Am Freitag wurden fünf lange Schleppen von insgesamt 16 km geritten. Aufgrund der ungewohnten, neuen Streckenführung und bedingt durch Wind und Regen wurden die Hundenasen gut gefordert. Zuschauer und Jagdteilnehmer haben den Eifer der Hunde gelobt, die Arbeit mit der Nase auf der Schleppe, ist immer wieder schön anzusehen. Auch wenn auf manch einem Weg vielleicht ein wenig mehr Wasser als in den vergangenen Jahren stand, so hatten Reiter und Hunde ihren Spaß an der ausgearbeiteten Strecke.

Wie in den vergangenen Jahren wollten wir im Anschluss an die Jagd unser traditionelles Pufferessen am See durchführen, hier musste allerdings kurzfristig etwas umdisponiert werden, da der Regen ein gemütliches Beisammensein beeinträchtigt hätte.
Was für alle Reiter die feste Uhrzeit zum Stelldichein ist, so ist eigentlich die Essenszeit auch eine feste „Stelldichein“-zeit, vorgegeben von der Küchencrew. Dies hat in diesem Jahr nicht ganz so gut geklappt, aber daran üben wir alle noch, damit es im kommenden Jahr besser klappt!
Beim anschließenden Jagdgericht wurde mit einem Augenzwinkern darauf hingewiesen, dass bei der Freitagsjagd manch ein ambitionierter und erfahrener Jagdreiter „mit irischem Pferd“ den Hunden bei ihrer Arbeit einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, indem er nicht der vorgegebenen Linie der Hunde gefolgt, sondern dem Reiz des „verbotenen“ am Wiesenrand gefolgt ist. Die naheliegenden Sprünge hatten einen so hohe Anziehungskraft, dass alles andere vergessen wurde. Alles in Allem war es für die über 50 Reiter eine gelungene kleine Waldjagd am Freitag.

Was uns am Freitag der Nieselregen vielleicht etwas trübsinnig werden lassen hat, hat uns am Sonnabend die Sonne wieder zum Strahlen gebracht. Über ganz Norddeutschland zog ein Regengebiet mit Graupelschauern hinweg. Starker Regenfall wurde angedroht, aber Severloh hat allen Wettervorhersagen widersprochen. Petrus ist halt auch ein Jagdreiter und hat uns den Sonnenschein geschenkt, welches ein Fotografenherz höher schlagen ließ. Leider haben sich dann doch einige Jagdreiter vom Wetterbericht ins Boxhorn jagen lassen und sind der Veranstaltung fern geblieben. Schade können wir nur sagen, denn in Severloh schien den ganzen Tag herrlich die Sonne!

Mit einer solch´ vielfältigen herbstlichen Färbung des Laubs lockt halt nur Severloh ;) Aber nicht nur die herbstlichen Farben waren ein Genuss, nein auch das weit durch den Wald schallende Geläut der Hunde. Gänsehautfeeling pur für alle Jagdreiter und Freunde des Sports in Rot. Das sind die Dinge die einem das Herz höher schlagen lassen und für eine leichte Entenpelle auf den Unterarmen sorgen.

Aber auch der Matsch im Gesicht, auf dem Jagdrock und auf den Stiefeln gehören zum Jagdreiten. Und natürlich auch das anschließende Putzen. Egal ob Pferd, Equipment oder vom Auto und Anhänger. Alles was in Severloh zum Einsatz kam muss einer ordentlichen Grundreinigung unterzogen werden. Bei dieser Arbeit werden Erinnerungen geweckt wie z. B. an den Wasserdurchritt am Freitag oder den gestreckten Galopp durch den Wellnesspfad am Samstag. Wer dabei gewesen ist und anschließend den Schlamm von seinen Stiefeln mit Schwamm und Hufkratzer gekratzt hat, weiß wovon wir sprechen.

Am Samstag wurden insgesamt sieben Schleppen geritten, mit einer Gesamtlänge von ca. 17,8 km. Die Bodenverhältnisse gaben es her, dass alle Sprünge an der Strecke gesprungen werden konnten. Lt. Teilnehmer „Kaesberg“ waren die Bodenverhältnisse vor und hinter den Sprüngen optimal! Laut klang am Samstag das Hundegeläut durch den Wald. Vielerorts hörte man über eine längere Zeit die Hunde, bevor sie endlich in Sicht kamen. Auf der extra frisch gemulchten Wiese präsentierten sich die Hunde allen Beteiligten bei Ihrer Arbeit. Rechts- und links herum, mit Spitzkehre und parallel zu der vorherigen Line ging die Schauschleppe direkt an den Zuschauern vorbei.
Wer in diesem Jahr auf die Schlussschleppe durch das Wasser gehofft hatte, wurde „enttäuscht“. Es gab eine alternative Streckenführung, um und durch die Heide, so wie es der Titel „Großen Heidejagd“ ja auch schon vorgibt. In diesem Jahr und in den kommenden Jahren müssen aufgrund der vorliegenden Naturschutzbestimmungen neue Wege gefunden werden. Aber alle Teilnehmer können gewiss sein, Severloh bietet diese „neuen Wege“!

Wir möchten uns auf diesem Weg ganz herzlich bei Familie Brammer und Team für die Unterstützung bedanken, bei allen aus dem Helferteam der Vereinsreihen des BHM, bei den Maltesern für ihren schnellen und tatkräftigen Einsatz, bei der Fermate, einfach bei allen Beteiligten. Ihr alle seid ein tolles Team, ohne die eine solche Veranstaltung nicht zu wuppen wäre. Vielen Dank das es euch gibt.

Und wie soll es anders sein – nach Severloh ist vor Severloh: Save the date Severloh 2018: vom 08.-11.11.2018
Neugierig auf das Jubiläum in 2018 – Infos folgen (Spannung garantiert!)


14. Severloher Jagdreitertage

copyright Sabine Sievers
Bild 1 von 26